Schulabbruch und Armut auf Madagaskar: ein Teufelskreis

Die Anzahl der Schulabbrüche auf Madagaskar ist erschreckend hoch, inzwischen gehen schätzungsweise 2,5 Millionen madagassische Kinder nicht zur Schule. Die meisten dieser Kinder wurden entweder nie in einer Grundschule angemeldet oder sind von der Schule verwiesen worden. Noch schlimmer ist, dass 82% dieser Kinder die Grundschule ohne Abschluss verlassen. Auf Madagaskar wird die Grundschule mit einer Prüfung abgeschlossen. 

Und dennoch sind dies nicht nur Zahlen, sondern das ist die Wirklichkeit, die herzzerreißend und für die Zukunft unserer Nation alarmierend ist. Man muss sich heute nur  die Straßen von Antananarivo anschauen, um eine Vorstellung vom Ausmaß der Schulabbrüche zu bekommen. Die Straßen sind voll von Straßenkindern. Was wird mit diesen Kinder in zehn Jahren sein? Viele der auf den Straßen aufgewachsenen Kinder dürften in sehr naher Zukunft straffällig werden.

Das Land, das von sich behauptet den wirtschaftlichen Aufschwung gewährleisten zu wollen, hat sicherlich das Wichtigste vergessen. Deshalb gibt es keine Zukunft, solange kein wirksames und inklusives Bildungssystem aufgebaut ist. Man muß sich nicht täuschen: die geringe Aufnahmekapazität madagassischer Schulen, die schlechte Qualität der Erziehung im Allgemeinen, verpflichten das Land, den Ausgleich auf anderen Gebieten zu suchen. Die beruflichen Fähigkeiten der Jugendlichen sollen durch eine Berufsausbildungen gefördert werden. Vieles könnte vermieden werden, wenn Madagaskar als Ziel den Zugang der Bildung für alle setzte. Es ist an der Zeit, dass „die große Insel“ ihre Kräfte bündelt und mit einer gute Grundbildung beginnt. Das wäre ein wichtiger Schritt für eine nachhaltige Entwicklung. 

(Quelle: Übersetzung des Zeitungsartikels www.lagazette-dgi.com; 18-11-2015) 

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